Leserbrief zum Artikel "Arier im Astralleib" / SZ vom 15./16.. März 2008, S. 3.

Mit großem Interesse habe ich den Artikel „Arier im Astralleib“ von Birk Meinhardt in der Wochenende-Ausgabe gelesen. Als besonders beeindruckend empfinde ich die Gründlichkeit und Sachlichkeit, mit der der Autor den Argumenten dieser gefährlich-esoterischen Meinungsmacher entgegentritt. Es mutet schon seltsam an, wie vorsichtig Jan Udo Holey und seine Kollegen scheinbar werden, wenn man sich mit ihnen persönlich über ihre Bücher unterhalten will. Offenbar ist ihnen die Gefahr zu groß, dass sie sich dabei in ihrer abstrusen Argumentationskette irgendwo verheddern und ihre Verschwörungstheorien wie Kartenhäuser einstürzen.

Ich mache übrigens aktuell eigene Erfahrungen mit dieser Szene. Zwei Tage vor Erscheinen Ihres Artikels hatte mein Onkel mir Holeys Buch „Hände weg von diesem Buch“ ans Herz gelegt, um daraufhin mit mir (Student der Geschichte und Politik im 3. Semester) eine intensive Diskussion über die verkommene und unkritische Gesellschaft zu führen, die „mutige und neugierige“ Menschen wie Holey und seine Kollegen grundlos aburteile. Sein O-Ton zu Ihrem Artikel: „Es ist mir nicht wichtig, wie eine öffentliche Meinungsmacher-Presse einzelne, etwas mutigere Menschen in eine braune Schublade presst.“

Es ist traurig und erschütternd, wie Verschwörungstheoretiker mit ihrem bräunlich gefärbten Geschichtsbild in der heutigen Zeit so viel fruchtbaren Boden für ihre Argumente finden. Als feige und unkritisch, sowie als jemand, der blind dem Mainstream der Gesellschaft folgt, so werde ich in der Diskussion abgestempelt. Ich glaube, dass man sich mit dieser Szene kritisch auseinandersetzen muss, aber manches Mal ist es wohl das Beste, wenn man wie Birk Meinhardt den Mantel vom Haken reißt und wortlos geht.

15.4.08 20:44

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Gordi (25.4.08 17:13)
Der Artikel war seinerzeit vorzüglich. Dein Leserbrief ist selbiges.

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